Di

14

Dez

2010

Warum Wikileaks so wichtig ist

 

Wikileaks ist ein Symbol für eine Art der demokratischen Kontrolle, die in dieser Form erst in den Anfängen steckt. In ein paar Monaten wird es eine Vielzahl von Plattformen geben: Open Leaks von Domscheit-Berg (Ex-Wikileaks) ist in den nächsten Tagen fertig, Peter Pilz (erster Anwärter für den Assange-Award) denkt sicher darüber nach, sogar die WAZ hat schon eine Plattform für anonyme Ezzesgeber (da wird die Krone bald nachziehen). 


Die Anonymität und die weltweit mögliche ungefilterte Verbreitung macht doch ein wenig unabhängig von der "Objektivität" der alten Medien und deren Besitzstrukturen (siehe Niederösterreich, Italien). Klassische Journalisten lehnen Internet- oder Blogjournalismus vielfach ab - die Geschichten müssen schon exclusiv sein und natürlich verkauft werden. Sie nutzen dieselben Quellen und Mittel mit dem Unterschied des ach so hehren Filterns ihrer Informationen. Alle Sensationen aus dem Datenmaterial von Wikileaks wurden von den etablierten Medien gemacht - wie stehts da mit der Veranwortung und der Gefährdung von Menschenleben? 


Herr Assange ist eher zweitranging, aber der Versuch ihn zum Schwerverbrecher zu machen - ich meine nicht die Anklage in Schweden - sagt einiges über das Demokratieverständnis der Geheimnisträger aus.

 
Durch die rasche Verfügbarkeit und den globalen Austauch von Informationen ist das Netz ein Hoffnungsträger für viele Unzufriedene geworden. Wikileaks ist ein Ausdruck und Abbild dieser Unzufriedenheit. Die Motive der "Verräter" von Staatsgeheimnissen scheinen nicht die schlechtesten zu sein. Die Regierungs- und Wirtschaftsverantwortlichen müssen sich auf eine neue Form der Kontrolle einstellen. Ein wenig mehr Transparenz kann der Demokratie sicher nicht schaden. Ich jedenfalls will nicht, dass der Staat Geheimnisse vor mir hat!

 

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